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Wolken riechen – «Hybride Positionen in der Kunst»  Finissage

Wolken riechen – «Hybride Positionen in der Kunst»
Ausstellungen

Sonntag, 03.12.2017

14:00 Uhr

Vebikus Kunsthalle Schaffhausen
Baumgartenstrasse 19
8200 Schaffhausen

Internet: www.vebikus-kunsthalle-schaffhausen.ch
Karte

Finissage mit Künstlergespräch
Einführung: Doris Signer und Zita Strübi, studierende Kunstvermittlerinnen ZHdK

Gruppenausstellung mit:
Baggenstos/Rudolf
Patricia Jacomella
Aram Ruhi Ahangarani
Ursula Scherrer
Bignia Wehrli

Statements der Kuratoren André Bless und Leo Bettina Roost

André Bless:
Die Automobilindustrie hat den Begriff «hybrid» populär gemacht, indem sie den dualen Antriebsmotor entwickelte, der Elektro- und Verbrennungsantrieb miteinander kombiniert und damit in der Lage ist, die Leistungsfähigkeit sowie die Umweltfreundlichkeit eines Fahrzeugs zu verbessern. Ursprünglich war der Begriff «hybrid» jedoch negativ besetzt. Er wurde vor allem für Mischlingswesen angewendet, zu denen beispielsweise das Maultier als Kreuzung aus Pferd und Esel zählt, oder die sogenannten Chimären, die in der Fabelwelt als Mischwesen von Mensch und Tier bekannt sind.

Im Zusammenhang mit den Migrationskulturen hat der Begriff «hybrid» in den 80er Jahren auch in die Kulturwissenschaften Einzug gehalten. Mittlerweile hat das Hybride fast alle Forschungsbereiche erreicht und eine Reihe weiterer Bezeichnungen geschaffen – transmedial, interkulturell etc. Durch die zunehmende Globalisierung und die Migrationsströme der letzten Jahre ist das «Hybrid-Phänomen» heute aktueller denn je. Diese Tendenzen lassen sich auch in der Kunst beobachten.

Die Ausstellung «Hybride Positionen» vereint eine Auswahl ganz unterschiedlicher Kunstschaffender, die sich nicht primär an etablierten Kunstformen orientieren, sondern experimentell und prozesshaft arbeiten und verschiedene Disziplinen aus Kunst, Wissenschaft und Technik produktiv verknüpfen.

Leo Bettina Roost:
Hybrid Art ist ein komplexer Begriff. Er bezeichnet das Zusammenwirken, Forschen und Experimentieren von WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen. Da wo die Wissenschaft zu streng methodisch klinisch vorgehen muss, die Entwicklungen aber in rasanter Geschwindigkeit vorangeht, öffnet sich dieser Zweig den Kunstschaffenden und ihren künstlerischen Methoden.

So entsteht ein neuer Freiraum für Fragen, Ideen und Experimente, für kreative Prozesse und zukunftsträchtige Innovationen. Mit dem Untertitel dieser Ausstellung «Hybride Positionen in der Kunst» möchten wir diese Auslegung öffnen. Alle hier vertretenen künstlerischen Positionen beschäftigen sich thematisch mit dem Zustand dieser Welt, in politischer, ökologischer und ökonomischer Hinsicht. Es geht im speziellen um hybride Kunstpraxen.

Das unmittelbare Kunsterlebnis mit Hybrid Art beeinflusst unsere Selbstwahrnehmung und unser Verhältnis zur Welt. Victoria Vesna sagt « Hybrid Art bewegt sich rund um all jenes, was im allgemeinen als «Kultur» bezeichnet wird».

Ein zentraler Aspekt der hybriden Kunstpraxis ist es, einen Raum zu schaffen für unerwartete Erfahrungen, Erlebnisse und Wahrnehmungen. Sie lassen uns Fragen nach den Bedingungen unserer Existenz stellen, auch nach den Bedingungen für eine Existenz der Menschlichkeit. Und weisen auf einen Weg in die Zukunft.

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