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Swiss Jazz Orchestra & Guillermo Klein

Pop/Rock/Jazz

Donnerstag, 14.11.2019

20:30 - 23:55 Uhr

Haberhaus Bühne
Neustadt 51
8200 Schaffhausen

Internet: www.haberhaus.ch/buehne
Karte

Mit bereits 10 CDs und jährlich 30-50 Konzerten ist das 15-jährige Swiss Jazz Orchestra (SJO) die aktivste professionelle Big Band der Schweiz und hat sich dank stetiger Weiterentwicklung als wichtiger Standard der Schweizer Jazzszene etabliert. Nebst der wöchentlichen Konzertserie sind die künstlerische Unabhängigkeit und eine ausgesprochene Spielfreude die wichtigsten Markenzeichen dieser Grossformation, in der einige der aufregendsten improvisierenden Musiker des Landes vereinigt sind. Nachdem das SJO in den letzten 6 Jahren nur Live-Alben mit mehrheitlich bestehendem Repertoire veröffentlicht hat, wird als nächstes wieder ein ambitioniertes Projekt verbunden mit einem Kompositionsauftrag realisiert. Dafür konnte mit Guillermo Klein einer der spannendsten zeitgenössischen Komponisten gewonnen werden. Im Rahmen seiner wöchentlichen Konzertserie im Bierhübeli hat das SJO regelmässig Gelegenheit, interessante Gastmusiker einzuladen. Die Band ist, was orchestrale jazzverwandte Musik angeht, mit allen Wassern gewaschen. Die beiden bisherigen Auftritte mit dem Komponisten Guillermo Klein haben die SJO-Musiker aber auf neues, unbekanntes Terrain geführt und eine sehr spezielle, fruchtbare Beziehung zwischen Orchester und Komponist zutage gebracht. Auch für das Publikum bleiben diese Abende unvergesslich. Inspiriert von diesen vielversprechenden Erfahrungen entsteht nun der 11. SJO-Tonträger und reiht sich ein in die künstlerisch wertvollsten der Serie, nämlich die beiden Studioproduktionen mit eigens für die Band konzipierten Werken: „Paul Klee“ (2006, mit Jim McNeely) sowie „Lucidity“ (2012, mit Philip Henzi). Ein einzigartiges Aufeinandertreffen eines eingespielten, im besten Sinne routinierten Ensembles mit einem herausragenden aktuellen Komponisten. 

Guillermo Klein geniesst international einen hervorragenden Ruf und das SJO fühlt sich geehrt, dass er sich für das Projekt verpflichten liess, ja sogar davon begeistert ist – bisher hat er noch keine Aufnahmen von neu komponierten Werken mit anderen Formationen als seinen eigenen gemacht. Das neue Programm wird im Dezember 2018 erarbeitet, im Konzert getestet und in Zusammenarbeit mit SRF in den legendären Bauer Studios aufgenommen. Die Veröffentlichung ist für das erste Quartal 2019 auf dem Label Sunnyside geplant, begleitet von einer Konzerttournee. 
 
Es gibt viele Dirigenten, die in ihrer Arbeit mit dem Orchester primär zeigen wollen, dass sie jeden kleinsten Lapsus hören, und in biederer Lehrmeister-Art auf Details in Dynamik, Artikulation und rhythmischer Präzision hinweisen. Guillermo Klein dagegen zieht es vor, den musikalisch-emotionalen Gehalt seiner Stücke in den Vordergrund zu stellen und überlässt alles andere der Musikalität und Eigenverantwortung jedes einzelnen Musikers. „Fehler“, Verspieler erkennt er als Potenzial und bezieht sie spontan ins Arrangement mit ein; Eigeninitiative, Improvisation und Interpretation sind nicht nur erlaubt oder geduldet, sondern werden verlangt. So spielt man seine Stücke in einer zauberhaften Balance zwischen Eigen- und Fremdbestimmung, mit dem fast hypnotischen Gefühl, diese Noten seien hier und heute nur dazu da, dass man selbst als Individuum seinen Teil zum kollektiven Musikerlebnis beiträgt. Diese Musik ist gleichzeitig modern und traditionell, gehalt- und humorvoll, intellektuell stimulierend aber auch sehr emotional.

Klein ist ein Getriebener, ein ewiger Student der Musik, ein profunder Kenner der klassischen Kompositionslehre, der Jazzgeschichte, aber auch der neuen Musik und der Improvisation als solchen. Seine Werke enthalten mehr oder weniger auffällige Referenzen an Johann Sebastian Bach, Igor Stravinsky oder Steve Reich, sind aber offensichtlich stark in den folkloristischen Chacareras und Tangos seiner argentinischen Heimat verwurzelt. Gleichzeitig atmen sie den Geist des Jazz und leuchten in den orchestralen Farben eines Duke Ellington oder Gil Evans. Klein ist auch ein Unbeirrbarer, resistent gegen jegliche kommerziell bedingten Kompromisse, ein neugieriger, offener Geist in jeder Hinsicht, ein sehr aufmerksamer Beobachter seiner Umwelt und Mitmenschen. In Bern fühlte er sich stark vom Phänomen der Zeit inspiriert, u.a. durch den Berner Ursprung von Einsteins Theorie und dem faszinierenden mittelalterlichen Uhrwerk des Zeitglockenturms. 

Guillermo Klein zog 1990 aus seiner Heimatstadt Buenos Aires nach Boston, wo er ein Studium am renommierten Berklee College of Music absolvierte und seine erste Big Band leitete. Fünf Jahre später zog er nach New York City und gründete sein bis heute bestehendes Ensemble „Los Guachos“, dem u.a. Chris Cheek, Jeff Ballard und Ben Monder angehören und dessen wöchentliche Konzerte während fünf Jahren in den Clubs Small’s und Jazz Standard mittlerweile legendär sind. Seine CDs werden in der Szene und von der Kritik hochgeschätzt, und zahlreiche Institutionen (so unterschiedlich wie das Lincoln Center und das Buenos Aires Ballett) haben ihn bereits mit Kompositionen beauftragt. Ausserdem hat er Arrangements u.a. für Joshua Redman, Miguel Zenon, Wolfgang Muthspiel und Seamus Blake gefertigt und hat als Gast mit Jazzorchestern zwischen Finnland und Portugal und natürlich in den USA gearbeitet. Klein gibt in New York private Kompositions-Workshops, die auch von prominenten Musikern besucht werden, und hat einen Lehrauftrag an der FHNW in Basel (Jazzcampus).

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