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Seniorenuniversität SH

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Senioren

Montag, 18.03.2019

14:30 Uhr

Parkcasino
Steigstrasse 26
8200 Schaffhausen

Internet: www.parkcasino.ch
Karte

«Man muss wach sein, nicht schlafen (1994)»
Gedenkvorlesung zum hundertsten Geburtstag von Josef Gnädinger (1919–2000)


Vortrag mit Dr. Hortensia von Roda, Präsidentin der «Sturzeneggerstiftung»

Josef Gnädingers Geburtstag jährt sich 2019 zum hundertsten Mal. Noch heute ist er vielen Menschen in der Region Schaffhausen und darüber hinaus bekannt. Vor allem als Maler, der einst Bauer war. Aber auch als ein Original im besten Sinne blieb er in Erinnerung. Belesen und streitbar, seinen Mitmenschen immer zugetan und Anteil nehmend, doch auch seine Ansichten dezidiert vertretend, wenn er Ungerechtigkeiten oder auch nur Gleichgültigkeit erkannte. Als Sohn einer Kleinbauernfamilie 1919 im katholischen Ramsen im äussersten Norden des Kantons Schaffhausen und der Schweiz geboren, erlebte Gnädinger den Zweiten Weltkrieg als prägend für sein junges Leben. Diese Erfahrungen liessen ihn zum Brückenbauer werden, in einer ureigenen Art und mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten.

Josef Gnädingers Schaffen lässt sich in drei Perioden gliedern.

Das Frühwerk entstand zwischen 1937 und 1965. Gnädinger war von Anfang an neben der Ausübung seines Berufes als Landwirt stets auch künstlerisch tätig. Aber erst über eine im Aktivdienst während des Zweiten Weltkriegs erworbene Nierentuberkulose, fand er ausreichend Zeit, um sich überhaupt zum Künstler entwickeln zu können. Die mehrjährige Krankheit und monatelange Kuren verurteilten ihn zu Mussestunden, die er zeichnend und malend verbrachte. Gnädinger war Autodidakt. Seine Vorbilder waren zahlreich, als seine Lehrer bezeichnete er vor allem Hermann Knecht und Carl Roesch. Auch in der darstellenden Kunst war Gnädinger aktiv: In den 1940er- und 1950er-Jahren initiierte und leitete er etliche Theaterprojekte in Ramsen, die grossen Erfolg hatten.

Die Jahre in Togo begannen im Februar 1965 als Gnädinger als Missionshelfer zu einer Reise ins Ungewisse aufbrach. Das Ziel, das Savannendorf Bombouaka in Togo, war ihm bekannt, nicht aber, was ihn dort erwarten sollte. Aus den geplanten zwei wurden erfahrungsreiche siebzehn Jahre. Unvermittelt wurde er, obwohl in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, Zeuge einer ihm bis dahin unbekannten und unvorstellbaren Armut. Der Anfang war schwer, die Hitze ungewohnt, die Sprache fremd.

Was ihn all die Jahre ermutigte und für sein unermüdliches Engagement stärkte, war sein gelebter Glaube. Gnädinger wurde gleichzeitig bewusst, dass er seine künstlerische Tätigkeit in Afrika weiterführen sollte. Ansporn war nicht zuletzt die Tatsache, dass die Werke in der Heimat Geld einbrachten – Geld, das er für die Bedürfnisse der Armen einsetzen konnte.

Die afrikanische «Ernte» zeigt denn auch, was der Künstler neben seiner Aufgabe als landwirtschaftlicher Berater zu leisten vermochte. Vor allem erstaunen die zum Teil grossen Dimensionen der in Afrika entstandenen Ölgemälde, die er gerollt nach Hause schickte oder beim zweijährlichen Heimaturlaub selbst heimbrachte. Das waren Bilder von expressivem Duktus, intensiver Farbigkeit und zuweilen von einer verblüffenden Reduktion.

Genauso eindrücklich, wie Gnädinger 1965 seine Hinreise mit dem Schiff ins unbekannte Togo beschrieb, schilderte er siebzehn Jahre später seine endgültige Rückkehr mit dem Auto durch die Sahara in die alte Heimat: Sie dauerte 24 Tage und endete an einem Regentag in Ramsen.

Das Spätwerk und ein neuer Lebensabschnitt begannen für den 63-jährigen 1982 mit seiner Rückkehr in die Schweiz. Vieles hatte sich verändert in der Zeit seines Auslandaufenthaltes. Nicht nur gesellschaftlich sondern auch beruflich galt es, wieder Fuss zu fassen. Klar war zunächst nur, dass er den Bauernberuf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben konnte. Umso gespannter verfolgte er die Resonanz auf seine ersten Ausstellungen, die ihn in seinem künstlerischen Schaffen bestätigten.

Erst jetzt widmete er sich in einem Ausmass der Kunst, wie es ihm bislang nie möglich war. Der in Afrika gefundene Mut was Komposition und Farbpalette betraf, wurde nun auch zum Charakteristikum hiesiger Motive. Diese begegneten ihm im Alltag sowie auf weitläufigen Spaziergängen in der Region und auf seinen zahlreichen Reisen nach Paris und Rom, nach Deutschland, dem damaligen Jugoslawien, Russland und Spanien.

Als aufmerksamer Beobachter des Zeitgeschehens und vielseitig belesen suchte er in allem nach der Essenz. Sein vielfältiges Werk konnte er in seinem letzten Lebensabschnitt an die dreissig Mal ausstellen, gut verkaufen und damit seine «zweite Heimat» unterstützen, die er innerlich nie verlassen hatte. Als weit herum bekannte und geschätzte Künstlerpersönlichkeit starb der einstige Bauer am 5. Juni 2000.

Hortensia von Roda

Diese gilt es zu (er-)kennen und dank lebenslangem Lernen zu stärken.
Einzeleintritt: Fr. 15.–
Jahresabo: Fr. 210.- (Einzel) / 380.- (für Ehepaare)

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