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Schaffhauser Kunstkästen – «Unzählige lebendige Strukturen» #SHKULTURMAGAZIN

Schaffhauser Kunstkästen – «Unzählige lebendige Strukturen»
Ausstellungen

Sonntag, 05.12.2021 - Sonntag, 27.02.2022

Kunstkasten am Bahnhof
Bahnhofstrasse
8200 Schaffhausen

Karte

Ausstellung

Jennifer Bennett


Eröffnung: Rundgang mit der Künstlerin am Samstag, 4. Dezember 2021, um 17 Uhr mit Treffpunkt beim ersten Kunstkasten (Ticketeria Bahnhof Schaffhausen). Ab dem 5. Dezember 2021 bis zum 27. Februar 2022 sind die Werke in den Kunstkästen Schaffhausen zu sehen.

Ein Stück Natur erobert die Stadt

Die Künstlerin Jennifer Bennett zeigt ab Dezember 2021 ihre Werke in den Kunstkästen. Die Exil-Schaffhauserin lebt und arbeitet in Deutschland und Portugal. Bereits 2002 stellte sie in den Kunstkästen aus. Nun ist sie für das Projekt „Das Feministische Kapital“ zurück; dieses Mal mit einer Einzelausstellung, in der sie Fundstücke aus der Natur zeigt und an deren Widerstandsfähigkeit erinnert.

Jennifer Bennett bringt mit „Unzählige lebendige Strukturen“ die Natur in die Stadt. Sie stellt in den Kunstkästen rudimentäre Fundstücke aus, die sie in der portugiesischen Landschaft gefunden hat. Seit anfangs dieses Jahres renoviert die Künstlerin mit Kolleg*innen ein Haus in der Nähe von Coimbra und bewirtschaftet den Garten, wo Oliven, Mandarinen, Birnen... wachsen. Bennett schätzt es, nach der pandemiebedingten Arbeit vor dem Computer endlich wieder draussen zu sein und mit ihren Händen zu arbeiten. Die Zeit in und mit der Natur prägt das Werk, das sie in den Kunstkästen zeigt.

Der menschliche Einfluss hat Grenzen
Indem die Künstlerin die wilde Natur in die gezähmte Stadt bringt, schafft sie eine Hommage an die Widerstandsfähigkeit der Natur. Bennett erinnert daran, dass die menschliche Machermentalität, die ständig irgendwo intervenieren will, ihre Grenzen hat. Sie erinnert uns daran, wie wichtig Bescheidenheit ist. „Wir können schon Beton über alles drüber kippen, aber drunter wandelt es sich trotzdem weiter.“, sagt sie. Die Fundstücke, eine abgesägte Eukalyptus-Wurzel, die um einzelne Steine herumgewachsen ist, etwa oder die Samenhüllen einer Mimosa, sind kleine Zeugen eines Lebens, das in Bewegung ist.

Selbstversorgerin in Portugal
Bennett spricht mit grossem Respekt über diese Kraft der Lebendigkeit, ihre Wertschätzung fürs Material kommt in ihrer Arbeit selbst und im Sprechen darüber zum Ausdruck. Vielleicht gerade auch, weil Bennett in Portugal als Selbstversorgerin zu leben versucht. Es stecken in ihrer Arbeit und Lebensweise viele Überlegungen dazu, wie neue Formen des Zusammenlebens aussehen könnten.

Sich Räume erkämpfen
Bennett ist fasziniert von den natürlichen Prinzipien, die überall auf der Welt herrschen. Die Bäume zum Beispiel, deren Verästelungen die Künstlerin in der Ausstellung sowohl auf Fotos wie auf Video zeigt, suchen und nehmen sich Räume überall, wo sie wachsen. Dieser Prozess vom Raum-Einnehmen lässt starke Bezüge zum Feminismus zu. Es ist Teil der feministischen Tradition, dass sich marginalisierte Bevölkerungsschichten Räume erkämpfen, die ihnen nicht zustehen. „Du musst einen Ort auch immer ein Stück weit zu deinem machen.“, sagt Bennett, wenn sie im portugiesischen Garten die Ameisen vertreibt, um etwas Neues anzupflanzen. Und genau das tut sie nun in Schaffhausen, wenn ein Stück wilde Natur die Stadt einnimmt.

Mehr Infos:
www.collettiva.ch
jenniferbennett.net/
www.vebikus-kunsthalle-schaffhausen.ch/700_kultur.php


Standorte der Kunstkästen:

K1 Bahnhofstrasse Schaffhausen / Ticketeria
K2 Vordergasse 73
K3 Ecke Vordergasse-Goldsteinstrasse
K4 Freier Platz 10 / Zwischen Güterhof und Bretterhof
K5 Rheinquai 16 / Anlegeplatz 4
K6 Ende Rheinquai, beim Bootshaus

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