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Schaffhauser Kunstkästen – «Oil-for-Food (A Recap)» #SHKULTURMAGAZIN

Schaffhauser Kunstkästen – «Oil-for-Food (A Recap)»
Ausstellungen

Samstag, 17.12.2022 - Sonntag, 05.03.2023

Kunstkasten am Bahnhof
Bahnhofstrasse
8200 Schaffhausen

Karte

«Das Feministische Kapital» zeigt Bilder zur kurdischen Geschichte Oil-for-Food (A Recap) in den Schaffhauser Kunstkästen.

In den Schaffhauser Kunstkästen sind in den nächsten drei Monaten Fotografien der Künstlerin Kani Marouf
zu sehen. In ihrem Projekt nimmt sie sich einem grossen Korruptionsskandal und dessen Auswirkung auf die
kurdische Bevölkerung an. Marouf untersucht in ihrer Arbeit, welche Wirkung Abbildungen politischer
Ereignisse auf das Publikum haben. Eine wichtige Fragestellung in Zeiten anhaltender Kriege überall auf der
Welt.

Die Collettiva-Kuratorinnen von “Das Feministische Kapital” laden die in Berlin lebende Filmemacherin und
Künstlerin Kani Marouf nach Schaffhausen ein. Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit steht das politische
Bild und seine Auswirkung auf die Betrachter*innen. In Zeiten der sozialen Medien sind wir einer
anhaltenden Bilderflut ausgesetzt, welche die Betrachter*innen abstumpft, gar gleichgültig macht gegenüber
den Realitäten, die diese Bilder zeigen. Marouf verwendet symbolisch aufgeladene Bilder und setzt sie in
einen neuen Kontext. So auch in den zehn Schaffhauser Kunstkästen mit ihrem Fotoprojekt “Oil-for-Food (A
Recap)”.  

Ein grosser Korruptionsskandal
Der politische Hintergrund von Oil-for-Food (A Recap) ist ein grosser Korruptionsskandal: Das sogenannte “Öl
für Lebensmittel”-Programm wurde in den 90ern von den Vereinten Nationen lanciert, um den von
Wirtschaftssanktionen gebeutelten Irak zu unterstützen: Das Land sollte mit diesem Programm Lebensmittel
erhalten und im Gegenzug Öl auf dem Weltmarkt verkaufen. Das Geld, das der hungerleidenden Bevölkerung
hätte zugute kommen sollen, floss allerdings grösstenteils in die Taschen des irakischen Diktators Saddam
Hussein: Dank einem geheimen System von Öl-Vouchern, bei dem der Irak das Öl unter dem Marktwert an
Zwischenhändler anbot, verschaffte das Programm Hussein ein Vermögen von über 11 Milliarden Dollar -
und ausserdem grosse Macht über führende Politiker und Unternehmen weltweit.

Aufzeigen, ohne zu zeigen
Maroufs Fotoprojekt bezieht sich auf die Geschichte der 3,4 Milliarden Barrel Öl, die der Irak zwischen 1996
und 2002 an multinationale Konzerne verkauft hat und untersucht die Auswirkungen der Essensrationierung
auf die kurdische Bevölkerung. Oil-for-Food (A Recap) ist eine Reise durch Bilder, die sich in der Schaffhauser
Altstadt entfalten. Die einzelnen Bilder, unterlegt mit Untertiteln, erinnern an Szenen eines Filmes, wobei
diese zerteilt, getrennt und neu verteilt worden sind.

Marouf spielt mit Details und Bezügen zur kurdischen Geschichte, deutet diese aber immer nur an. So
entsteht zwischen den einzelnen Bildern ein bedeutungsvoller Zwischenraum. Die Künstlerin lädt die
Betrachtenden ein, beim Gehen vom einen Kunstkasten zum nächsten über diese Zwischenräume
nachzudenken. Der Prozess des Unsichtbarmachens hat im politischen Kontext von Kurdistan eine wichtige
Bedeutung - so wird den Kurd*innen mancherorts verboten, ihre eigene Sprache zu sprechen oder ihre
Bräuche zu leben. Mit ihren allegorischen Bezügen zur kurdischen Geschichte fordert die Künstlerin dazu auf,
die Hinweise in ihren Bildern zu entschlüsseln und das Nicht-Sichtbare zu sehen.

Ab dem 17. Dezember 2022 bis zum 5. März 2023 sind die Werke in den Kunstkästen Schaffhausen zu sehen.

Mehr Infos:
www.collettiva.ch
www.kanimarouf.com
www.vebikus-kunsthalle-schaffhausen.ch/kunst/kunstkaesten/

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