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Schaffhauser Kunstkästen – «Das Feministische Kapital» #SHKULTURMAGAZIN

Schaffhauser Kunstkästen – «Das Feministische Kapital»
Ausstellungen

Samstag, 09.12.2023 - Freitag, 08.03.2024

Kunstkasten am Bahnhof
Bahnhofstrasse
8200 Schaffhausen

Karte

Letzte Ausstellung der Collettiva-Kuratorinnen in den Schaffhauser Kunstkästen

Was ist eigentlich das feministische Kapital?

2020 startete das Projekt «Das Feministische Kapital» der Collettiva-Kuratorinnen in den Kunstkästen. Nun zeigen
die Collettiva-Kuratorinnen ihre letzte Ausstellung, bevor die Kuration der Kunstkästen dann in neue Hände wechselt.

In der letzten Ausstellung werfen die Kuratorinnen einen Blick zurück auf das Projekt. Und sie fragen die Schaffhauser Bevölkerung, was denn für sie eigentlich «das feministische Kapital» bedeutet.

Von den haarigen Beinen bis zur Kunst in Zeiten des Krieges
Das Projekt «Das Feministische Kapital» will einer breiten Öffentlichkeit verschiedene Perspektiven auf den Feminismus ermöglichen. Dazu waren in den letzten vier Jahren eine Vielfalt von Werken zu sehen. Die ägyptische Fotografin Heba Khalifa beispielsweise zeigte in ihren symbolstarken Fotografien, wie der Kampf für Gleichberechtigung auch von zu Hause aus stattfinden kann - sie war aufgrund der Revolution in ihren eigenen vier Wänden gefangen. Andere Künstlerinnen widmeten sich auf humoristische Weise den Geschlechterstereotypen, so die Schüler*innen des Schaffhauser Lindenforums oder Alexandra Meyer mit ihrer eingeschweissten Krawatte, die in Schaffhausen keine Unbekannte ist. In verschiedenen Ausstellungen war der weibliche Körper als Ort der Kraft und der Auseinandersetzung ein Thema: Ursina Gabriela Roesch spielte in ihren Bildern von haarigen Frauenbeinen mit den Gegensätzen Ekel und Schönheit. Und Ying Xu nähte mit rotem Faden Früchte zusammen und stellte so Bezüge zur Vergänglichkeit des Körpers und der Sexualität her. Ein Künstlerinnen-Kollektiv aus der Ukraine zeigte in einer eindrucksvollen Ausstellung auf, wie Kunst während der Kriegszeiten aussehen kann.

Die Collettiva-Kuratorinnen stellten Werke aus aller Welt aus – Mexiko, Iran, Südafrika, Ukraine, Schaffhausen… – und machten so deutlich, dass überall auf der Welt Menschen sich für eine gleichberechtigte Gesellschaft einsetzen, unabhängig von ihrer Herkunft. «Genau diese kollektive Kraft ist für uns ein Teil des feministischen Kapitals», sagen die Collettiva-Kuratorinnen.  

Im Austausch mit der Schaffhauser Bevölkerung
«Das Feministische Kapital» wollte von Anfang an die Debatte um Feminismus in Schaffhausen anregen. 2020 startete das Projekt mit einer Reihe von provokativen Fragen wie «Kann eine Frau eine Glühbirne auswechseln? Kann sich eine Frau als Feministin bezeichnen, wenn ihr Aussehen ihr wichtig ist? Ist ein Künstler mehr wert als eine Künstlerin?». Auch in der letzten Ausstellung treten die Collettiva-Kuratorinnen mit der Schaffhauser Bevölkerung in den Dialog. Dafür eignen sich die Kunstkästen im öffentlichen Raum sehr gut, weil sie die Neugierde von eiligen Passant*innen wecken und zudem rund um die Uhr zugänglich sind (auch ein Vorteil während des Covid-Lockdowns). Die Collettiva-Kuratorinnen stellen nun den Schaffhauser*innen die Frage, was für sie das feministische Kapital bedeutet. Über einen QR-Code wird man die Frage für sich beantworten können. Die gleiche Frage beantworten für die letzte Ausstellung auch der Schaffhauser Frauenstammtisch und die Comic-Zeichnerin Kooni in gewohnt witziger Manier.

(Künstlerischer) Einsatz für Gleichstellung ist weiterhin wichtig
Das Projekt in den Kunstkästen geht nun zu Ende, seine Fragestellungen und Herausforderungen aber bleiben. Nach wie vor ist die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern nicht erreicht. Auch in der Kunstwelt nicht: Beispielsweise sind Frauen in den Leitungsfunktionen künstlerischer Betriebe immer noch untervertreten. Und auch ausgestellt werden sie seltener - in Ausstellungen des Kunsthaus Zürich etwa sind nur 11% der Werke von Frauen, wie das Zürcher Kunstkollektiv Hulda Zwingli aufzeigt. Die Kunst ist somit, wie immer, ein Spiegel der Gesellschaft und zeigt, dass es trotz manchen Erfolgen noch viel zu tun gibt. Die Collettiva-Kuratorinnen sind überzeugt, dass gerade die Kunst unerwartete neue Perspektiven auf den feministischen Diskurs liefern kann.  

Standorte
K1 Bahnhof Schaffhausen, Ticketeria
K2 Vordergasse 73, Schaffhauserland Tourismus
K3 Ecke Vordergasse/Goldsteinstrasse
K4 Freier Platz, beim Restaurant Güterhof
K5 Rheinquai, Anlegeplatz 4
K6 Rheinquai, beim Salzstadel
K7 Vebikus Kunsthalle Schaffhausen, Fassade Terrasse
K8 Rhybadi
K9 + K10 Rheiuferstrasse, vis-à-vis Kulturzentrum Kammgarn

Infos
Zur Ausstellung:
Eröffnung: Rundgang mit den Kuratorinnen am Samstag, 09. Dezember 2023, um 16 Uhr mit Treffpunkt beim ersten
Kunstkasten (Ticketeria Bahnhof Schaffhausen)
Vom 09. Dezember 2023 bis zum 08. März 2024 sind die Werke in den Kunstkästen Schaffhausen zu sehen.

Mehr Infos:
www.collettiva.ch
www.vebikus-kunsthalle-schaffhausen.ch/kunst/kunstkaesten/

Das Kulturmagazin wird unterstützt von:
Pop/Rock/Jazz
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