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«Die Dinge des Alltags und die Kunst»  Finissage

«Die Dinge des Alltags und die Kunst»
Ausstellungen

Samstag, 24.10.2020

17:00 Uhr

Haus zur Glocke
Seestrasse 91
8266 Steckborn

Karte

Finissage

Es sind Orte und Menschen, mit denen die Künstlerinnen Renate Lerch und Jacqueline Weiss im Duo LEWEIS in Dialog treten.

Estriche, Treibhäuser, Dorfplätze und Gruben werden für das Künstlerinnen-Duo über einen Zeitraum zum Atelier. Geschichten von damals und heute werden medial und materiell verarbeitet zu neuen, überraschenden Welten, welche LEWEIS zu Beginn ihrer Projekte nur erahnen.
Im Haus zur Glocke wird auf dem Dachboden eine Installation entstehen, in welcher die "Luftraumbrücke" der Architekten Weyell/Berner, als verbindendes Element zwischen den einzelnen Positionen aufgegriffen wird.
Mit einer camera obscura und durch Fresnelinsen wird die Aussenwelt partiell in den erweiterten Innenraum gelenkt. Protagonisten aus Magazinen der 60er Jahre erscheinen in der Szenerie als Fotografie; Projektionen, als bewegtes Bild in einem alten Fernseher oder als Luftraumwesen, verfremdet, uminterpretiert und szenisch verbunden.

Max Bottini, natura morta – der ungeschönte Alltag

Seit 2001 fotografiert Max täglich sein Gesicht. Mittlerweile sind es knapp 7000 Selbstporträts. Ob zu Hause oder unterwegs, die Nikon Cool Pix-Kamera mit ausklappbarem Bildsucher begleitet ihn überallhin. So wechseln sich Bildhintergründe zufällig und in unregelmässiger Folge ab. Die Aufnahmen folgen keinem geregelten Zeitplan, sondern entstehen je nach Gelegenheit im Verlauf des Tages. Die Arbeit an den Selbstporträts ist eine Auseinandersetzung mit seinem eigenen Vergehen, die mit seinem Lebensende ihren Abschluss finden wird.
Parallel zu den täglichen Porträts führt er seit Jahren eine kleine Taschen-Agenda. Der Inhalt der Agenda beschränkt sich auf zwölf doppelseitige Monatsblätter, wobei jedem Tag eine über beide Seiten verlaufende Tageszeile zugeordnet ist. Auf dieser knapp bemessenen Fläche finden sich Einträge verschiedenster Art, die unspektakulär und nüchtern Einblicke in vergangene Lebenszeit gewähren.
Im Haus zur Glocke gibt er zum ersten Mal einen Einblick in seinen Fundus. Seine Absicht ist es, die Räumlichkeiten berücksichtigend, das Zusammenspiel zwischen den (all)täglichen Porträts und Agenda-Einträgen sowie den damit verbundenen Energieaufwand aufzuzeigen.

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