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Oratorium – «Die letzten Dinge»

Klassische Musik

Sonntag, 22.10.2017

17:00 Uhr

Stadthalle
Hohgarten 4
78224 Singen (DE)

Telefon: +49 7731 852 62
Internet: www.stadthalle-singen.de
Tickets Karte

Von Louis Spohr (1784-1859) für Soli, Chor und Orchester

Sopran: Julia Küsswetter, Dinkelsbühl
Mezzosopran: Barbara Kasper, Singen
Tenor: Raoul Bumiller, Gechingen
Bariton: Michael Marz, Maßweiler
Madrigalchor Alu Singen
Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz
unter der Leitung von Hartmut Kasper

16:15 Uhr Einführung mit dem Musikwissenschaftler Dr. Helmut Weidhase

Das Oratorium "Die letzten Dinge" von Louis Spohr (1784-1859) gehört zu den berühmtesten Werken des Komponisten und gilt als das bedeutendste seiner vier Oratorien. Es wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts häufig aufgeführt und hoch gelobt. Auch in England war es erfolgreich.

Louis Spohr war Zeitgenosse von Beethoven und Mendelssohn-Bartholdy und damit einer der wichtigsten Vertreter der frühen Romantik, der zu Unrecht nach seinem Tod nicht mehr beachtet wurde. Spohr war neben Paganini der bedeutendste Violin-Virtuose des 19. Jahrhunderts und daher nimmt zahlenmäßig seine geistliche Musik im Gesamtwerk eine untergeordnete Rolle ein.

Die Textdichtung des Librettisten Friedrich Rochlitz verwendet ausschließlich originale Verse der Bibel, die das ungeheure Geschehen des Jüngsten Tages in der Offenbarung des Johannes wiedergeben. Dennoch ist das Werk selber nicht als liturgische Musik aufzufassen. Es dient nicht dazu, das gottesdienstliche Geschehen mitzugestalten und benötigt somit auch keinen sakralen Raum.

Spohr verzichtet weitgehend auf die Dramatisierung des Endgerichts, legt dafür großes Gewicht auf Gebet und den festlichen Charakter der Musik. Die Solisten fungieren teilweise als Vorsänger oder im Wechselgesang mit dem Chor, so dass Solisten und Chor gemeinsam auftreten und eine Einheit bilden.

Die selbstständige Orchestermusik in der Ouvertüre und in der Sinfonie zu Beginn des zweiten Teils sowie die tonmalerischen Elemente im Anschluss an den Chorsatz "Gefallen ist Babylon" waren für die damalige Zeit außergewöhnlich.

Anbetung und Mahnung
Das Erlösungswerk Christi
Vorboten des Gerichts
Das Gericht
Die neue Welt Gottes

Durch diese Gliederung zeigt sich, dass Spohr und Rochlitz den Schwerpunkt nicht auf die Schilderung der endzeitlichen Schreckensvision legen, sondern dem Werk eine positive, tröstliche und erwartungsfrohe Grundhaltung geben, die den Lobpreis Gottes und die Schilderung seiner Güte und Gerechtigkeit in den Vordergrund stellen.

Mit diesem Konzert präsentiert der Madrigalchor Alu Singen wieder einmal ein selten aufgeführtes besonderes musikalisches Werk. Als Orchester konnte die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz gewonnen werden. Vier namhafte Solisten (Sopran, Alt, Tenor und Bass) werden die verschiedenen solistischen Teile in unterschiedlichen Besetzungen präsentieren.

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