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Gedanken

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Klassische Musik

Samstag, 25.11.2017

20:00 Uhr

Stadthalle
Hohgarten 4
78224 Singen (DE)

Telefon: +49 7731 852 62
Internet: www.stadthalle-singen.de
Tickets Karte

Symphoniekonzert

Maurice Steger, Blockflöte und Dirigent
Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

Einführung von Intendant Beat Fehlmann um 19.15 Uhr

Mit Menü-Arrangement

GEORG FRIEDRICH HÄNDEL (1685-1759)
Suite de dance aus der Oper „Almira“

ANTONIO MONTANARI (1676-1737)
Concerto per flauto piccolo

GIUSEPPE ANTONIO BRESCIANELLO (um 1690-1758)
Chaconne A-Dur

GIUSEPPE SAMMARTINI (1695-1750)
Blockflötenkonzert F-Dur

WOLFGANG AMADEUS MOZART (1756-1791)
Symphonie Nr. 39 Es-Dur KV 543

Der aus Winterthur stammende Maurice Steger gehört mit seiner weltweiten Konzertätigkeit als Blockflötist und als Dirigent zu den führenden Interpreten auf dem Gebiet der Alten Musik. Er ist ein virtuoser, technisch ungemein brillanter Flötist, der mit seinem lebendig spontanen Spiel jedes Publikum sofort in seinen Bann zieht und dadurch die Blockflöte als Instrument völlig neu aufzuwerten verstand. In den vergangenen Jahren trat er aber auch vermehrt als versierter Leiter der tonangebenden Originalklang-Ensembles in Erscheinung.

Wer Maurice Steger je gehört hat, der wird dieses Konzert nicht versäumen. Denn es gibt Stegers Spezialitäten: barocke Flötenaffekte mit Gefühl und Geschwindigkeit, mit italienischer Instrumental-Koloratur und allen Farben, die im konzertierenden Mit- und Gegeneinander von Blockflöte und höfischem Orchester gemischt werden können. Da erlebt man Händels starke Linien und satte Harmonien, die auch in den Sätzen von Francesco Montanari nicht fehlen. Dieser weniger bekannte Komponist war Mitschüler Händels bei Corelli und ein Geiger von Format. Dass man aus Geigenspielen Flötengedanken gewinnen kann, wird in einem Opus des Bolognesers Brescianello zu erleben sein. Er wirkte vor allem in München und Stuttgart, wo er 1758 starb. Vom Londoner Giuseppe Sammartini (es gibt auch den Mailänder Bruder Giovanni) wird Flöten-Spiel mit allen Finessen einschließlich ornamentaler Chromatik zelebriert. Steger-Barock – staubfreie Klangkunst aus nobler Perückenepoche aus Köpfen voller Ideen.

Mozarts Symphonie in Es-Dur KV 543 gehört zum symphonischen Dreiergipfel des Jahres 1788. Mozart, gerade 32 Jahre alt, war in Wien nicht mehr gefragt, weder als Komponist noch als Solist. Warum? War er zu reich an musikalischen Gedanken, nicht mehr oder zu modern? Mozarts Elend – ein Glück für die Nachwelt. Denn der Komponist arbeitete gegen seine hohen Schulden an. Er schrieb zwischen Anfang Juni und 10. August seine drei letzten Symphonien, die in Es, in g und die „Jupiter“ genannte in C. Die in Es hielt man später für Mozarts letzte Symphonie und nannte sie irrtümlich „Schwanengesang“. Mit starkem Adagio (Akkorde, fallende Tonleiter, Dissonanzen) wird eröffnet, sanglich führt das Allegro in Spiel und Ernst. Das Andante ist lyrisch mit wehmütigen Zwischengedanken, das Menuett bietet Höfisches und Ländliches, wenn die Streicher walzern und die Klarinette dazu mit aufmunternden Figuren wie zum Heurigen-Vergnügen dudelt. Das Finale ist ein Rondo mit nur einem Thema, das gedankenreich variiert wird, ehe es sich leise verabschiedet. Wie jede Mozart-Symphonie ist diese ein klanggeschaffener, formgefügter Leib- und Seelekosmos. „Kosmos“ heißt Schönheit, Ordnung. Auch ein wenig zierende Kosmetik darf dazu gehören.

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