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Fauré-Klavierquartett

Fauré-Klavierquartett
Klassische Musik

Samstag, 24.02.2018

20:00 Uhr

Stadthalle
Hohgarten 4
78224 Singen (DE)

Internet: www.stadthalle-singen.de
Tickets Karte

Kammerkonzert

Dirk Mommertz, Klavier
Erika Geldsetzer, Violine
Sascha Frömbling, Viola
Konstantin Heidrich, Violoncello

freitag artists, Frankfurt am Main

Programm

TOSHIO HOSOKAWA (*1955)
„The Water Of Lethe”, Klavierquartett
(Uraufführung 2016, Heidelberg)

ROBERT SCHUMANN (1810–1856)
Klavierquartett Es-Dur, op. 47

MODEST MUSSORGSKY (1839–1881)
„Bilder einer Ausstellung“ (Bearbeitung für Klavierquartett, Fauré-Quartett und Grigorij Gruzman)

Wer heute Kammermusik spielen will, kann sich nicht mehr auf das beschränken, was noch vor ein paar Jahrzehnten die Regel war. Die Ansprüche an die Vielfalt des Repertoires sind gewachsen und das schafft Freiräume für Ensembles wie das Fauré-Quartett, das sich innerhalb weniger Jahre als weltweit führendes Klavierquartett ausgewiesen hat. Das 1995 schon zu Studienzeiten in Karlsruhe, im 150. Jubiläumsjahr Gabriel Faurés gegründete Ensemble erforscht neue Klangfelder der Kammermusik und bringt Kompositionen auf die Bühne, die bislang oft beiseite gelassen wurden.

„Musik ist der Ort, an dem sich Töne und Schweigen begegnen“. Das ist ein kompositorisches Programm des Japaners Toshia Hosokawa. Es bindet nicht nur Lautes und Leises, Schwingung und Stille, sondern auch Fernöstliches und West-Avantgardistisches aneinander. Das sichert dem fürs Fauré-Klavierquartett 2016 geschaffenen Opus ein unerhörtes, vor allem bislang ungehörtes Ohren- und musikalisches Bewusstseinsabenteuer. Denn das Werk mit dem Titel „The Water Of Lethe“ (das Wasser des antik-mytholgischen Unterweltflusses, der in die Ewigkeit führt und zugleich ins Welt-Vergessen) sucht ein ganz neues Idiom der Töne zu erfinden, auch mit so genannten „denaturierten Spieltechniken“. Der Komponist, 1955 in Hiroshima geboren, studierte in Berlin (Isang Yun) und Freiburg (Klaus Huber), lebt in Nagano und ist mit hohen Preisen dekoriert.

Nach diesem Einstand wird romantische Daseinsfülle zuerst in Robert Schumanns Klavierquartett opus 47 musiziert. Es ist von schwärmerischer Ausdruckskunst mit Lust am Lyrischen. Alle Sätze sind durch motivische Verwandtschaft verbunden. Das beweist auch: Romantik ist keine tönende Nebellandschaft mit trunkenen Traumgestalten, sondern geformte Träumerei.

Mussorgkys „Bilder einer Ausstellung“ sind in neuer Besetzung zu hören. Aus dem Klavier-Original wurden allerlei Orchesterwerke (voran im Welterfolg: Ravel), auch Orgel- und Blasmusikfassungen. Beim Fauré-Quartett gibt es eine Verwandlung der Gemälde-Exposition in Kammermusik, geschaffen von Grigorij Gruzman, dem Lehrmeister des Quartett-Pianisten Dirk Mommertz. Gewiss wird man erleben, wie Mussorgkys Bilder-Requiem für den Malerfreund Victor Hartmann mit seiner unangreifbaren Qualität der Klang- und Lebensbilder sich in jeder unerwarteten Fassung selbst für den eingewöhnten Hörer erneuert.

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